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Wie lässt sich der Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Lkw beschleunigen?

Der Verkehrssektor verfehlt seine Klimaziele weiterhin deutlich. In der EU sind die CO2-Emissionen im Straßenverkehr seit 1990 um knapp ein Viertel gestiegen. Knapp 60% der Emissionen werden durch Pkw ausgestoßen, 39% durch Lastwagen und Busse. Die öffentliche Debatte zur Elektromobilität dreht sich vor allem um den Pkw (Stichwörter (Aus des) Verbrennerverbot(s), E-Auto-Förderung). Bei Pkw ist der Anteil elektrischer Fahrzeuge an den gesamten Neuzulassungen auch deutlich höher als bei (schweren) Nutzfahrzeugen: 2025 war etwa jeder fünfte neu zugelassene Pkw ein reines Elektroauto (Battery Electric Vehicle, BEV), bei Transportern und Lastwagen (ohne Sattelzugmaschinen) lag der entsprechende Anteil bei 9,2% und bei Sattelzugmaschinen 3,2%.

Grundsätzlich ist das Potenzial zur (lokalen) CO2-Emissionsreduktion
durch eine stärkere Verbreitung von E-Lkw hoch, da Langstecken-Lkw typischerweise ein Vielfaches der jährlichen Fahrleistung eines durchschnittlichen Pkw zurücklegen. Eine wichtige Herausforderung für den Hochlauf der E-Mobilität für Lkw liegt (wie für Pkw auch) in der Ladeinfrastruktur. Bislang gibt es nur eine geringe Zahl öffentlich zugänglicher Ladepunkte, die für schwere Nutzfahrzeuge ausgelegt sind. Auch für das Stromnetz und die Netzstabilität ist ein Zuwachs der E-Mobilität bei Nutzfahrzeugen eine Herausforderung: Ein moderner schwerer E-Lkw „40-Tonner“ kann mit einem Ladevorgang in etwa so viel Strom speichern, wie ein Einpersonenhaushalt in einem halben Jahr verbraucht. Die Zahl der Ladepunkte soll im Rahmen des Masterplans Ladeinfrastruktur bis 2030 erheblich ausgebaut werden, zudem soll auch ein Schnellladenetz entlang wichtiger Hauptverkehrswege eingerichtet werden sowie die Einrichtung von Ladeinfrastruktur in Depots und Betriebshöfen von Transportunternehmen gefördert werden. Trotz dieser Ausbauziele bleibt offen, ob die geplanten Maßnahmen ausreichen, um mit der erwarteten Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs Schritt zu halten. Daraus ergibt sich die zentrale Frage, welche Maßnahmen geeignet sind, den Hochlauf der Ladeinfrastruktur nachhaltig zu beschleunigen.

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Must-Read-Literatur

Bundesverkehrsministerium: Masterplan Ladeinfrastruktur 2030: (Link)

Internationale Energieagentur (IEA): Global EV Outlook 2026, Kapitel 7: EV Charging (Link)

dena 2025: Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Lkw – Herausforderungen und Lösungsansätze (Link)

Verkehrsministerkonferenz März 2026: Elektromobilität – Lkw-Ladeinfrastruktur (Link) 

Weiterführende Literatur

Monitoring-Tool der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur (Link)

Bloomberg Podcasts: The Hidden Economics of EV Charging Networks | Switched On (Link)

Projektwebsite Hochleistungsladen Lkw-Fernverkehr (Link)

Partnerinstitut

ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V.

Das Thema wird betreut von

Nicolas Bunde

Nicolas Bunde arbeitet als Fachreferent am ifo Zentrum für Innovationsökonomik und Digitale Transformation (IDT). Er wirkt dort unter anderem an der Verfassung von Studien für öffentliche und private Auftraggeber mit. Seit 2020 gehört er zu den Mitorganisatoren der Veranstaltungsreihe „ifo Wirtschaftsdialog“, die einmal jährlich Unternehmen, Verbände, Politik und Wissenschaft zusammenbringt, um aktuelle Trends und Herausforderungen zu diskutieren.

Patrick Höppner

Patrick Höppner arbeitet als Fachreferent und Branchenexperte am ifo Zentrum für Innovationsökonomik und Digitale Transformation (IDT). Er beschäftigt sich unter anderem mit der konjunkturellen Entwicklung und strukturellen Anpassungsprozessen in der Güterverkehrs- und Logistikbranche.

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