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Klimaanlage für die Seele: Wie können wir städtische Räume hitze- und lärmresistenter für alle machen?

Städte sind die Motoren unseres Wirtschaftswachstums und Zentren von Begegnung und Kultur. Doch durch den Klimawandel drohen sie zunehmend zu Orten gesundheitlicher und sozialer Belastungen zu werden. Weil unsere Städte aus Beton und Asphalt bestehen und kaum Bäume haben, heizen sie sich extrem auf – viel schneller und stärker als das grüne Umland. Dies ist der sogenannte Urban-Heat-Island-Effekt. Und das bei gleichzeitig hoher Lärmbelastung durch Verkehr und Dichte (Science Direct, 2024). Im Jahr 2026 registrierte das Robert Koch Institut 16.000 hitzebedingte Todesfälle, diese Zahl entspricht dem vierfachen des Mittelwerts der letzten 10 Jahre (Robert Koch Institut, 2026).

Aber Hitze trifft nicht alle gleich, wie Forschungsergebnisse zeigen (Christensen & Timmins, 2022, Borsky et al., 2024): In Vierteln mit viel Beton und wenig Grün sind die Temperaturen höher und dort leben Menschen, die sich Luftfilter, große Gärten oder klimatisierte Wohnungen schlicht nicht leisten können. Menschen in einkommensschwachen Vierteln sind also oft stärker betroffen – sowohl von gesundheitlichen Risiken als auch von der eingeschränkten Lebensqualität. Anpassungsfähige – insbesondere öffentliche – Infrastruktur kann diesen Effekten entgegenwirken (Borsky & Fesselmeyer, 2026). Auch Baumpflanzungen tragen zur Verbesserung bei und wirken sich positiv auf die Gesundheit von vulnerablen Bevölkerungsgruppen, wie Schwangere, Säuglinge und Senioren aus (Bian, 2025). Damit wird klimagerechter Städtebau zu einer Frage der gesellschaftlichen Teilhabe und Verteilungsgerechtigkeit.

Eure Herausforderung:

  • Wie können durch gezielte wirtschaftspolitische Steuerung öffentliche Interessen und private Anreize so verbunden werden, dass Städte kühler, ruhiger und lebenswerter werden – ohne die Gesellschaft weiter zu spalten?
  • Welche nachhaltigen Lösungskonzepte gibt es, um Hitze, Lärm und die daraus entstehende Ungleichheit zu bekämpfen?
zur Anmeldung

Must-Read-Literatur

Hitze in der Stadt: Warum es in Städten besonders heiß ist – und was dagegen hilft (Link)

Robert-Koch-Institut (2026). Wochenbericht zur hitze­bedingten Mortalität. (Link)

#NDRfragt: Jeder Dritte spürt gesundheitliche Folgen durch Lärm (Link)

Science Direct (2024). Urban Heat Island Effect. (Link)

Weiterführende Literatur

Luftverschmutzung und Lärmbelastung in Städten (Link)

Stadtplanung: Der Sound einer Stadt (Link) (Zugang leider nur über 0,99€ Probeabo)

Bian, Luorao (2025). Do microclimates matter? The health impacts of urban heat using fine-scale data. Journal of Environmental Economics and Management, Volume 133, 103191.

Borsky, Stefan, Eric Fesselmeyer, Lennart Vogelsang (2024). Urban heat and within-city residential sorting. Journal of Environmental Economics and Management, Volume 127, 103014.

Borsky, Stefan, Eric Fesselmeyer (2026). Public pool usage as adaptation against urban heat. Journal of Environmental Economics and Management, Volume 137, 103299.

Christensen, P., & Timmins, C. (2022). Sorting or steering: The effects of housing discrimination on neighborhood choice. Journal of Political Economy, 130(8), 2110-2163.

Jones, Benjamin A., Andrew L. Goodkind (2019). Urban afforestation and infant health: Evidence from MillionTreesNYC. Journal of Environmental Economics and Management, Volume 95, Pages 26-44.

Levinson, A. (2012). Valuing public goods using happiness data: The case of air quality. J. Public Econ. 96, 869–880.

Zivin, J. G., & Neidell, M. (2012). The impact of pollution on worker productivity. American Economic Review, 102(7), 3652-3673.

Partnerinstitut

ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim

Das Thema wird betreut von

Dr. Eline Schoonjans

Eline Schoonjans studierte Wirtschaftswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und hat an der Technischen Universität in München promoviert. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZEW. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Industrie- und Arbeitsmarktökonomie, mit besonderem Fokus auf soziale und ökologische Fragen.

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Die Anmeldung für das YES! 2027 ist für Schülerteams ab dem 02. November möglich. Schulteams ab der 10. Klasse können am Wettbewerb teilnehmen.

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