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Urlaub als Auszeit von Verantwortung? Wie können wir Reisende motivieren, auch auf Reisen auf Nachhaltigkeit zu achten?

Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit im Alltag und das Interesse an nachhaltigem Konsum nehmen zunehmend zu. Ein großer Teil der Bevölkerung achtet bereits im täglichen Leben darauf, umweltfreundliche Lebensmittel zu kaufen, den Plastikverbrauch zu reduzieren und Abfälle zu recyceln. Erste Studien zeigen jedoch, dass dieses nachhaltige Engagement im Urlaub teilweise geringer ausfällt. So wird während des Urlaubs beispielsweise weniger auf den Verbrauch von Wasser und Strom geachtet. Auch beim weiteren Konsum spielt die Umweltfreundlichkeit der Produkte häufig eine geringere Rolle.

Besonders relevant sind in diesem Zusammenhang auch touristische Aktivitäten, die negative Auswirkungen auf die Umwelt, die lokale Bevölkerung oder die Tierwelt haben können. Der Besuch von Elefantencamps oder sogenannten Lion Sanctuaries ist beispielsweise bei vielen Touristinnen und Touristen beliebt. Häufig wird dabei jedoch nicht ausreichend geprüft, unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten werden und inwiefern tatsächlich ihr Wohl im Mittelpunkt steht.

In diesem Zusammenhang wird häufig von einer sogenannten „Attitude-Behaviour-Gap“ gesprochen. Sie beschreibt die Diskrepanz zwischen der Einstellung und dem tatsächlichen Verhalten von Menschen. Zwar geben viele Menschen an, umweltfreundlich und sozialverträglich reisen zu wollen, jedoch spiegelt sich diese positive Einstellung nicht immer in ihrem tatsächlichen Verhalten wider. So entscheiden sich beispielsweise viele Menschen trotz eines ausgeprägten Umweltbewusstseins für eine Flugreise und berücksichtigen bei der Wahl ihrer Unterkunft oder ihrer Aktivitäten vor Ort nur eingeschränkt Nachhaltigkeitsaspekte.

Das Projekt soll daher zunächst untersuchen, inwiefern sich Einstellungen und tatsächliches Verhalten in Bezug auf Nachhaltigkeit im Alltag und im Urlaub unterscheiden. Darauf aufbauend sollen Lösungsansätze entwickelt werden, die dazu beitragen, nachhaltiges Verhalten auch während des Urlaubs zu fördern. Dabei soll insbesondere berücksichtigt werden, wie Umweltbelastungen reduziert sowie die lokale Bevölkerung und die Tierwelt stärker geschützt und respektiert werden können.

zur Anmeldung

Must-Read-Literatur

Umweltbundesamt (2025). Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen – Bewusstseins- und Nachfrageentwicklung und ihre Einflussfaktoren. (Link)

Weiterführende Literatur

Balaš & Strasdas (2019).​Nachhaltigkeit im Tourismus: Entwicklungen, Ansätze und Begriffsklärung. Umweltbundesamt. (Link)

Blohm (2025).​ Zwischen Anspruch und Realität: Die Attitude-Behaviour Gap im nachhaltigen Reiseverhalten auf Rügen. Masterarbeit. (Link)

Kreilkamp, Krampitz & Maas-Deipenbrock. (2017).​ Green Travel Transformation: Endkundenbefragung 2017. Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen: Wunsch und Wirklichkeit.

Rein & Strasdas (2017).​Nachhaltiger Tourismus – Einführung. 2. Auflage. UVK: Konstanz.

Partnerinstitut

HSB Hochschule Bremen

Das Thema wird betreut von

Prof. Dr. Gina Wagener

Gina Wagener studierte Tourismuswirtschaft an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven bevor sie für ihr Masterstudium im Bereich Management und Marketing an die Leuphana Universität in Lüneburg wechselte. Dort arbeitete sie nach ihrem Abschluss als wissenschaftliche Mitarbeiterin und machte ihren Doktor am Lehrstuhl für BWL und Tourismusmanagement. Anschließend arbeitete sie als Unternehmensberaterin bei Project M. Seit 2022 ist Gina Wagener Professorin im Bereich Tourismus. Nach einer dreijährigen Tätigkeit an der Hochschule Bremerhaven wechselte sie an die Hochschule Bremen, wo sie sich nun auf die nachhaltige Entwicklung in Freizeit und Tourismus konzentriert.

Lust mitzumachen? Dann meldet euch hier an:

Die Anmeldung für das YES! 2027 ist für Schülerteams ab dem 02. November möglich. Schulteams ab der 10. Klasse können am Wettbewerb teilnehmen.

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