Der Klimawandel ist eine der großen gegenwärtigen Herausforderungen. Er erfordert gemeinsames, engagiertes Handeln sowohl auf lokaler Ebene vor Ort, als auch auf internationaler und globaler Ebene. Dabei kann man jedoch eine seltsame Spannung feststellen. Einerseits sind die Effekte des Klimawandels fast überall auf der Welt vorhanden, und manche Regionen, Gruppen und Menschen leiden jetzt schon enorm unter den Auswirkungen. Andererseits aber bleibt der Klimawandel als Ganzes in gewisser Weise unsichtbar. Das heißt, in seinen planetaren Ausmaßen kann er nur schwer erfahren und begriffen werden. Er scheint überall und nirgendwo zu gleich. Erfahrbar ist das jetzige Wetter, erfahrbar ist eine konkrete Umweltkatastrophe wie z.B. eine Überflutung, erfahrbar ist Hitze in der Stadt. Und auch wenn all diese Dinge viel mit dem Klimawandel zu tun haben, so bleibt der Klimawandel selbst ein eher abstraktes Phänomen. Besonders problematisch ist vor diesem Hintergrund, dass Menschen und Gruppen, die den Klimawandel leugnen oder seine Bedeutung in Frage stellen, genau diese Unsichtbarkeit oder „schwere Fassbarkeit“ von Klima und Klimawandel nutzen können. Nach dem Motto: „Seht ihr hier irgendwo den Klimawandel? Ich nicht!“. Dies stellt also eine Herausforderung für Klimapolitiken und Klimaschutzmaßnahmen dar. Welche Möglichkeiten gibt es vor diesem Hintergrund, den Klimawandel sichtbar zu machen, erfahrbar zu machen, verstehbar zu machen? Wie kann man ein planetares Großphänomen mit konkreten Erfahrungen, Orten oder Dingen vor Ort verknüpfen? Und wie kann man darüber Menschen zum Handeln bringen? Gemeinsam möchten wir uns diesen Fragen nähern, Literatur lesen und darüber nachdenken, welche Ansätze der Vermittlung von Klimawandel hier effektiv sein könnten – und wie man unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen für Klimaschutz mobilisieren könnte.
Was man nicht sieht, gibt es nicht? Wie können wir den Klimawandel sichtbar und begreifbar machen?
Must-Read-Literatur
Jungmann, Maximilian, und Thomas Rausch. 2025. „Das Unsichtbare sichtbar machen: Vom passiven Wissen zum aktiven Klimahandeln“. Ruperto Carola, Nr. 26: 116–123. doi.org.
„Einleitung“ und „Kapitel 1“ aus: Schneider, Birgit. 2023. „Der Anfang einer neuen Welt“. Matthes und Seitz. Berlin. ISBN: 978-3-7518-0373-1 [1]
Weiterführende Literatur
Parth, Sandra, Susanne Kubisch, Johann Stötter, und Lars Keller. 2022. „Partizipative Entwicklung und Umsetzung einer Ausbildung zum*zur Klimapädagog*in: Fachdidaktische Grundlagen des transdisziplinären Projekts „KlimaAlps: Klimawandel sichtbar machen““. GW-Unterricht, Nr. 168: 33–41.
Lüder, Catharina 2023. Klimawandel im Gefüge städtischer Alltagspraktiken. Hildesheim: Georg Olms Verlag. Verfügbar unter: https://publishing.ub.uni-muenchen.de/index.php/oplmu/catalog/book/130 (Link).
=> letzteres ist eine komplette Doktorarbeit, über 300 Seiten. Dies muss natürlich nicht vollstädnig gelesen werden. Einzelne Abschnitte sind aber sehr interessant.
Partnerinstitut
Institut für Geowissenschaften und Geographie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
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Mein Name ist Jan Winkler und ich bin Humangeograph an der Universität in Halle. Dort leite ich derzeit eine Forschungsgruppe, die sich mit dem gesellschaftlichen und ökologischen Wandel in der Region Mitteldeutschland beschäftigt, wo unter anderem der Ausstieg aus der Braunkohle viel verändert. Darüber hinaus forsche ich zu Mensch-Umwelt-Beziehungen, zu Klimapolitiken und ihren emotionalen Dynamiken (z.B. Klimaangst), aber auch zu Fragen rund um Diversität, Identität und der Aushandlung von Zugehörigkeit in Migrationsgesellschaften. Ich lehre diese Themen auch an der Universität und versuche, Studierende möglichst auch an meine konkreten Forschungsarbeiten heranzuführen.
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