Problemidentifikation
Auf deutschen Mehrfamilienhäusern bleibt ein enormes Potenzial der Energiewende ungenutzt: Bis zu 60,4 GW PV-Leistung könnten auf 3,1 Mio. Gebäuden mit rund 20 Mio. Wohnungen installiert werden. Das entspricht über einem Viertel des nationalen Ausbauziels bis 2030. Mit dem Wissen, dass die Bereitschaft auf Mieterseite klar vorhanden ist, gewinnt die gegenwärtige Situation an Dramatik. So würden zwei von drei Mietern gerne Strom vom eigenen Dach beziehen. Entscheidend für unser Konzept ist die Vermieterseite, denn gerade private Kleinvermieter, welche mit 64% den Großteil des Mietwohnungsbestands halten, schrecken vor der Komplexität zurück und sind kaum in der Lage, Planung, Messkonzepte und Abrechnung allein zu organisieren. Hinzu kommt die Unsicherheit über eine ausreichende Beteiligungsquote der Mietparteien und ein hoher Kommunikationsaufwand. Potenzial und Bereitschaft sind demnach vorhanden, doch Komplexität, Koordinationsaufwand und Unsicherheit verhindern neben finanziellen Faktoren die Umsetzung.
Lösungsbeschreibung
Unsere Plattform EnergieFlow setzt direkt bei den Mietern an: Sie gibt ihnen ein Werkzeug an die Hand, mit dem sie selbst aktiv werden können, statt auf die Initiative des Vermieters zu warten. Interessierte Mieter können gemeinsam das PV-Potenzial ihres Dachs prüfen, sich untereinander zusammenschließen und mit einem fertig aufbereiteten, wirtschaftlich durchgerechneten Vorschlag an ihren Vermieter herantreten. Während Komplexität, Koordinationsaufwand und Unsicherheit solche Projekte bisher scheitern lassen, übernimmt die Plattform diese Last, indem sie von der Wirtschaftlichkeitsberechnung über die Bündelung der Mietparteien bis zu den fertigen Verträgen führt und zugleich die Kommunikation unter den Mietern sowie zwischen Mietern und Vermieter strukturiert. Durch die eigene Initiative und das gegenseitige Einbinden der Mieter steigt zugleich die Beteiligungsquote, welche einer der wichtigsten Hebel für die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage ist.
Durch EnergieFlow werden Mieter von Betroffenen zu einem aktiven Teil der Energiewende, sodass vorhandenes Potenzial und bestehende Bereitschaft in umsetzbare Projekte verwandelt werden.
Zielgruppe
Unsere primäre Zielgruppe sind Mieterinnen und Mieter in Mehrfamilienhäusern, welche sich an der Energiewende beteiligen möchten, aber bislang keinen praktikablen Weg dazu haben. Im Fokus stehen dabei Gebäude, welche sich im Besitz privater Vermieter befinden, da dieses Segment mit rund 64 % den größten Teil des Mietwohnungsmarkts ausmacht.
Als zweite, ebenso wichtige Zielgruppe sprechen wir die Vermieter selbst an, welche über die Plattform einen aufbereiteten und durchgerechneten Vorschlag erhalten und sich somit nicht eigenständig durch einen komplexen Prozess arbeiten müssen. Besonders geeignet sind hierbei kleinere Mehrfamilienhäuser, da die persönliche Nähe zwischen den Parteien hohe Beteiligungsquoten begünstigt.
Zielsetzung
Mit EnergieFlow verfolgen wir das Ziel, Mieterinnen und Mieter von passiv Betroffenen zu aktiven Gestaltern der Energiewende zu machen. Konkret wollen wir die Hürden senken, welche heute trotz vorhandenem Potenzial und klarer Bereitschaft die Umsetzung verhindern: Komplexität, Koordinationsaufwand und Unsicherheit über die Beteiligung. Die Plattform soll Mietparteien befähigen, sich selbst zu organisieren, das Potenzial ihres Dachs realistisch einzuschätzen und gemeinsam mit einem fundierten Vorschlag an ihren Vermieter heranzutreten. Dadurch wollen wir vor allem die Beteiligungsquote erhöhen und somit die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage steigern. Auf diesem Weg leisten wir einen Beitrag, das bislang weitgehend ungenutzte PV-Potenzial auf Mehrfamilienhäusern zu erschließen.