Wie werden Bewerbungen von Menschen mit ausländischem Hintergrund auf dem deutschen Arbeitsmarkt behandelt? Haben Bewerber mit gleichen Qualifikationen tatsächlich die gleichen Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch? Welche Rolle spielen dabei Herkunft, Sprache oder der Name? Und unterscheiden sich mögliche Benachteiligungen zwischen Branchen und Berufen? Das Projekt untersucht anhand von Korrespondenzexperimenten, wie sich unterschiedliche Merkmale von Bewerbern auf ihre Chancen im Bewerbungsprozess auswirken.
Auf dieser Grundlage sollen anschließend Lösungsansätze entwickelt werden, wie Hürden aufgrund von Herkunft oder Namen im Bewerbungsprozess abgebaut und faire Chancen für internationale Talente geschaffen werden können.
Wissenschaftlicher Hintergrund:
Die Frage, wie Deutschland internationale Fachkräfte erfolgreich in den Arbeitsmarkt integrieren kann, stellt auch ein empirisches Problem dar. Um mögliche Unterschiede in der Behandlung von Bewerbern kausal zu untersuchen, eignen sich insbesondere randomisierte Feldexperimente (Korrespondenzstudien). Dabei werden fiktive Bewerbungen verschickt, die sich gezielt in einzelnen Merkmalen unterscheiden, während Qualifikation und andere Eigenschaften konstant gehalten werden. Anhand der Rückmeldungen von Arbeitgebern lässt sich so untersuchen, ob und in welchem Ausmaß bestimmte Bewerbergruppen unterschiedliche Chancen in Bewerbungsprozessen haben. Aufbauend auf den empirischen Ergebnissen können anschließend Maßnahmen diskutiert und entwickelt werden, die mögliche Zugangsbarrieren reduzieren und die Gewinnung internationaler Fachkräfte erleichtern.

